KatzeWir waren auf der Suche nach digitalen Trends und Neuigkeiten aus der Buchbranche, begegnet sind uns Katzen…

Nach einer kurzen Nacht und einer langen Zugfahrt war sie das erste Highlight unseres Tages auf der Frankfurter Buchmesse: Die Katze! Daniela Katzenberger inmitten eines Menschenauflaufs allererster Güte und es sollten weitere interessante Eindrücke folgen.

Das Thema Digitalisierung, dem wir auf der Spur waren, hat mittlerweile einen festen und großen Platz auf den Buchmessen gefunden. E-Books gehören dazu, werden gekauft, gelesen und natürlich auch produziert. Besonders aufregende Erfindungen, gar Innovationen, sind uns an den Ständen der Firmen, die Enhanced E-Books, Buch-Apps oder auch E-Reader produzieren, jedoch nicht begegnet. Vielmehr scheint ein gewisser Standard Einzug zu halten. Was geht ist allen klar, ob die Möglichkeiten genutzt werden ist ein anderes Thema. E-Books sind, vornehmlich bei den Belletristik-Verlagen, immer noch meist pdf-Ausgaben der Druckversion. Angereichert ist da wenig bis nichts.

Online-Prominenz konnte man real und ganz leibhaftig vor Ort erleben. Kathrin Passig und Ilija Trojanow reisten auf Einladung des Goethe-Instituts für einen Monat nach Brasilien und berichteten am Arte-Stand von ihren Erfahrungen. Außerdem ging es um die Bedeutung von sozialen Medien und Internet für die Literatur.

Das Gastland Brasilien präsentierte sich in entspannter Gelassenheit mit einem riesigen Pavillon aus Papier, bunten Sitzkissen als Leseinsel, Fahrrädern mit Tretgenerator für eine virtuelle Reise und Hängematten, die nach einigen Stunden Messemarathon nicht nur für uns extrem verlockend waren.

Wer Bücher schreibt und diese im Selbstverlag veröffentlichen möchte, findet dafür mittlerweile eine breite Palette an Angeboten. Auf der Messe präsentierten sich diverse Anbieter im Bereich Self-Publishing. Die eigenen Texte können mit Bildern und Videos angereichert und zum Verkauf angeboten werden.

Sascha Lobo legt in Sachen E-Books noch eine Schippe drauf. Mit seinem neu gegründeten Verlag sobooks. Sein Konzept: Bücher als Webseiten. Man erwirbt Leserechte für Texte statt materialisierte Bücher und kann diese auf dem E-Reader, im Browser oder bei Bedarf auch als pdf ausgedruckt lesen. Der Clou, die anderen Leser lesen online den gleichen Text und es kann bei Bedarf direkt im Buch diskutiert, kommentiert, verlinkt und zitiert werden. So der Plan. Die Open-Beta-Phase hat vor Kurzem begonnen. Ein schönes Projekt, das weniger von Multimedialität, als von Interaktion und der Idee des Social Reading lebt.

Dass sich auch im Bereich Online-Marketing so einiges tut, wurde bei der Verleihung des Virenschleuderpreises deutlich. Die Verlage werden immer aktiver und die Ideen und Kampagnen zunehmend sichtbarer und noch interessanter. Trotz eisiger Kälte an der Open Air Bühne war die Preisverleihung gut besucht und es wurde eifrig live getwittert. Beeindruckt waren wir von Lars Fischer alias @Fischblog, der mit #catchthekidney den Virenschleuderpreis als ansteckendste Persönlichkeit gewann. Rund 5.000 Twitter-Follower konnten eine sehr persönliche Zeit von Lars verfolgen: die Geschichte seiner Nierentransplantation. Bewegend und mit einer gesunden Portion Selbstironie.

Unser Fazit: Wir waren in Frankfurt und es hat uns gut gefallen, Grumpy Cat hat eben nicht immer Recht! Der digitale Trend heißt in unseren Augen Social Reading und wir hoffen, dass es in dieser Hinsicht jetzt endlich richtig losgeht.