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Rabatt-Boykott zum Black Friday

Eine aktuelle Studie der Bitkom zeigt, dass 94% aller deutschen Internetnutzer ab 16 Jahren online einkaufen. Jede dritte Person kauft sogar mindestens einmal die Woche im Internet ein. Für 35% aller Befragten sind Rabattaktionen bei der Kaufentscheidung besonders wichtig. Dabei werden 11% der Waren wieder zurückgesandt – eine ziemliche Verschwendung an Verpackungsmaterialien und auch der Transport ist alles andere als umweltschonend.

Gerade mit dem Black Friday und Cyber Monday wurde die Weihnachts-Shopping Saison für dieses Jahr eingeleitet. Black Friday ist der Tag nach Thanksgiving und gilt in Amerika als beliebtester Shoppingtag. Inzwischen ist dieser auch in Europa angekommen. In 2018 wurden alleine in Deutschland 2,4 Milliarden Euro umgesetzt.

Aber die Kaufevents stoßen an ihre Grenzen. Viele Marken nutzen den Shopping-Wahnsinn, um sich ganz klar gegen unbedachten Konsum zu positionieren – weg von austauschbarer Saisonware und hin zum hochwertigen Produkt mit langer Lebensdauer. Hier ein paar gelungene Beispiele:

Patagonia: Der Hersteller für Outdoor-Bekleidung produziert Kleidung, die ein Leben lang halten soll  inklusive Garantie und Reparatur-Service. 1% ihres Umsatzes spendet das Unternehmen an Umweltschutzorganisationen. Zum Black Friday haben sie sich schon 2011 eine ganz besondere Kampagne ausgedacht, die für Furore sorgte. “Don´t Buy This Jacket” wurde damals sowohl online als auch in der New York Times veröffentlicht und ruft dazu auf, nicht unnötig zu konsumieren. Auch dieses Jahr gibt es wieder eine Anti-Konsum-Aktion. Alle Spenden an Umweltschutzprojekte, die zwischen dem 29. November und 31. Dezember 2019 über ihre Webseite gemacht werden, verdoppelt Patagonia. Das Unternehmen spendet so bis zu 10 Mio. Dollar. 

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Quelle: patagonia.com/blog

FREITAG: Auch der schweizer Taschenhersteller FREITAG entzieht sich den Rabatt-Aktionen und schaltete seinen Online-Shop an Black Friday direkt komplett aus, ganz nach dem Motto 100% off. Stattdessen werden Besucher auf die hauseigenen Tauschbörse S.W.A.P. umgeleitet, wo Taschen getauscht werden können. 

aeyde: Die Schuhmarke aeyde distanziert sich ebenfalls vom schnellen Konsum und sendete am vergangenen Freitag folgende Botschaft an potentielle Kunden: 

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Quelle: www.aeyde.com

White Monday: Die Protest-Bewegung hat ihre Wurzeln in Schweden und ruft dazu auf, das Kaufverhalten zu verändern und nur noch nachhaltig und mit Bedacht zu Konsumieren.

Etwas makaber aber doch irgendwie interessant: die Seite Black Friday Death Count zählt seit 2008 Verletzungen und Todesfälle, die mit dem Black Friday im Zusammenhang stehen.

Thread-Trees: Durchblick im Tweet-Dschungel

Twitter testet aktuell “Thread-Trees” in seiner iOs App. Diese zeigen alle Verästelungen von Unterhaltungen eines Tweets an und helfen der Konversation mit all ihren Kommentaren besser zu folgen. Ursprünglich stammt die Idee von Reddit, jetzt könnte sie sich auch bald in der Twitter-Webversion durchsetzen. Endlich Durchblick beim Wer-hat-auf-was-von-wem-geantwortet.

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Quelle: twitter.com

TikToks Content Moderation

Die chinesische Videosharing Plattform ist in den letzten Monaten gewachsen wie keine andere zuvor: Im November knackte sie die 1 Milliarde Nutzer Grenze. Dennoch ist die App schon häufiger für ihre Content-Moderationsregeln kritisiert worden. Eine ausführliche Recherche von netzpolitik.org zeigt: Videoinhalte zu politischen Protesten oder Demos werden stark eingeschränkt oder sind kaum zu finden.Besonders chinakritische Inhalte werden zensiert. Auch Inhalte zu den Hongkong-Protesten, die ansonsten große Medienpräsenz haben, scheinen auf TikTok nicht zu existieren. Aber auch Videos die Menschen mit Behinderungen, LGBT-Themen oder übergewichtige Personen zeigen, werden häufig verborgen, angeblich um vor Mobbing zu schützen.

Die Moderationsregeln sind unklar und bieten großen Interpretations- und Handlungsspielraum für TikToks Mitarbeiter: Deutschsprachige Videos werden in Berlin, Barcelona und Peking gesichtet. Dann bekommen die Videos unterschiedliche Sichtbarkeitsstufen. Einige sind nur noch für den Nutzer selbst sichtbar, für den Feed gesperrt oder bei der Hashtag-Suche benachteiligt. Andere werden hingegen zusätzlich gepusht.

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Quelle: netzpolitik.org

#creativemonday

Dieses Mal haben wir Animationen zusammen gesucht, die so einzigartig sind, dass man sie immer wieder anschauen kann. So wirbt die NYU Stern mit diesem Clip für sich selbst, der besonders mit seinen unerwarteten Übergängen überrascht:

Zusätzlich haben wir uns zahlreiche Intro-Animationen namenhafter Serien angeschaut und auf unserem Blog die kreativsten für euch zusammengestellt. Ein Beispiel:

Und dreidimensionalen Project-Mapping Projekte sind ohnehin immer schön anzusehen:

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