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Google: Neue Regeln für politische Werbung und Geschichten erzählen mit Google Earth

Dass Google seine Angebote auch in Richtung Social Media stupst, war zuletzt etwa bei den Neuerungen auf Google Maps sichtbar: Neue “social” Features erlaubten es, Shops direkt per Message anzuschreiben oder gar eigene Follower*innen zu erwerben. Mit einem kreativen Tool für Google Earth bedient Google jetzt den Trend “Story”, der bei Instagram und Facebook bereits weitgehend fruchtet. Anders als die beiden sozialen Netzwerke geht der Konzern hier allerdings einen ganz eigenen Weg, ebenso wie bei der Neuregelung politischer Werbeanzeigen.

FILE PHOTO: People pass by an entrance to Google offices in New York

Quelle: spiegel.de

Weniger politische Werbung
Der Internet-Riese ändert nun ebenfalls seine Richtlinien zur Wahlwerbung und verhindert so passgenaues Microtargeting. Statt gezielter Platzierung und genau definierten Zielgruppen werden Nutzer künftig nur noch nach drei Merkmalen ausgemacht: Alter, Geschlecht, Postleitzahl.

Was nicht mehr geht:

  • Bisher konnten auch Rückschlüsse auf die politische Ausrichtung der Nutzer gezogen werden, indem auf Daten aus dem Nutzerverhalten zugegriffen wurde. Dies ist jetzt nicht mehr möglich. Außerdem soll die Möglichkeit gesperrt werden, für politische Anzeigen Kontakt- oder Wählerlisten anzulegen, um gezielt Nutzer anzusprechen. Zudem möchte Google sichergehen, dass die Inhalte der Anzeigen wahrheitsgetreu sind. Falsche Angaben oder manipulierte Medien (zum Beispiel Deep Fake Videos) verstoßen gegen die Richtlinien und dürfen daher überhaupt nicht beworben werden.

Was weiterhin okay ist:

  • Zu einzelnen Stichwörtern wie beispielsweise “Wirtschaft” dürfen weiterhin Anzeigen geschaltet werden.

Onlinewerbeaktivitäten waren bisher wichtiges Mittel im Wahlkampf. Besonders in der USA, aber auch in Deutschland. Eine Studie der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) zeigt, wie viel Geld einzelne Parteien zu den Europawahlen 2019 in Google Anzeigen gesteckt haben. Die CDU hat sich die gezielte Wahlwerbung auf Google rund 260.000 Euro kosten lassen, gefolgt von den Grünen mit 140.750 Euro. Auch die AfD setzte auf Onlinewerbung und investierte 23.400 Euro in Google-Anzeigen.

Die neuen Richtlinien werden in den nächsten Tagen zunächst in Großbritannien eingeführt, pünktlich zu den Parlamentswahlen Mitte Dezember. Bis Ende des Jahres werden sie dann EU-weit ausgerollt und zum 6. Januar 2020 weltweit eingeführt.

Eigene Maps und Storys in Google Earth kreieren

Google Earth ermöglicht seit 15 Jahren den Blick auf unseren Planeten aus der Vogelperspektive. Neue Tools sollen Nutzern den digitalen Globus nun als Leinwand für eigene Karten und Geschichten zur Verfügung stellen. Neben einer Auswahl an Ortsmarken, Linien und Formen können auch eigenen Bilder, Videos und Texte eingebunden werden. Die Tools stehen nun in der Desktop-Version von Google Earth zur Verfügung. Die fertigen Projekte können aber auch in den neuesten App-Versionen von iOS oder Android mobil angeschaut werden. Über Google Drive können die entstandenen Stories mit anderen geteilt und Co-Autoren hinzugefügt werden. Zuschauer können dann zwischen den verschiedenen Orten hin und her wechseln. Von der Aufarbeitung der Familiengeschichte, über ein Naturschutzprojekt oder die Nutzung für Schulprojekte stellt Google inspirierende Beispielprojekte vor.

Neue Richtlinien: So sollen Soldaten in Social Media auftreten

Befehle der Bundeswehr gibt’s jetzt auch getwittert: Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn oder der ‘Chief of the German Navy’ Andreas Krause machen’s vor. Künftig sollen sich noch mehr Mitarbeiter*innen der Bundeswehr trauen, sich auf Facebook, Twitter, Instagram oder sogar TikTok zu betätigen. Dafür veröffentlichte die Bundeswehr neue Social Media Richtlinien: Während die bislang geltenden Leitlinien vor allem Verbote auflisteten, sollen die neuen Guidelines die Mitarbeiter*innen ermutigen, “ihren dienstlichen Alltag authentisch, stolz und mit Freude zu präsentieren”, um die Bundeswehr als Arbeitgeber attraktiver zu machen und positiv in die Gesellschaft zu integrieren. Dazu gehört es, die Inhalte auf bestimmte Kontrollfragen hin zu überprüfen, etwa: „Würde ich meinen Beitrag hundert Personen oder meiner Dienststellenleitung sagen?” oder „Was, wenn Terroristen oder Kriminelle diese Information bekommen?”. Besondere Vorsicht wird z.B. Verschlusssachen, Namen, Zeitangaben oder Kfz-Kennzeichen angemahnt. Grundsätzlich erlaubt sind hingegen die Veröffentlichung des eigenen Dienstgrades, Waffen und Waffensysteme – schließlich ginge es um „’Ihren’ Panzer, ‘Ihren’ Auftrag oder ‘Ihre’ Tätigkeit. Auch Werbung sei als Privatperson erlaubt, Voraussetzung sei: Keine Uniform zu tragen.

Allerdings scheinen nicht alle Bundeswehr-Mitarbeiter die Social Media Richtlinien verinnerlicht zu haben: In einer kürzlich veröffentlichten Instagram-Story auf dem offiziellen Account der Bundeswehr, entdeckte die Bild-Zeitung ein Foto mit einer Wehrmachtsuniform inklusive mehrerer Hakenkreuze. Die Reaktionen fielen entsprechend aus.

Bildschirmfoto 2019-11-26 um 16.54.32

Quelle: spiegel.de

“Whale” – Facebooks neue Meme Creator-App

Facebooks NPE-Team, eine Abteilung, die experimentelle Social-Apps entwickelt, hat kürzlich die Meme-Creator-App Whale gelauncht. Mit der App kann man Memes erstellen und sie in sozialen Netzwerken teilen oder an Freunde senden. Dafür können Fotos aufgenommen, aus der eigenen Galerie oder einer App eigenen Datenbank ausgewählt werden. Die Bilder können dann mit Emojis, Texten, Effekten und Filtern ergänzt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit Bildflächen freizustellen und eigene Sticker zu erstellen. In den App Stores gibt es inzwischen zwar eine große Anzahl ähnlicher Apps, Whale punktet aber damit, komplett kostenlos zu sein und ohne In-App-Käufe oder Abonnements auszukommen. Momentan ist die App nur in Kanada verfügbar. Mal abwarten, ob sie auch noch zu uns rüber schwappt.

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Quelle: techcrunch.com

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