Newsticker +++ IG: „Enge Freunde“ als Paid-Content +++ Spezialdezernat gegen Online-Hetze +++ FB: Vorschau für Seitenposts und interaktive Ads +++ #AlleFürsKlima +++

Make Money, not friends: „Enge Freunde“-Liste als Paid-Content-Kanal auf Instagram

Was ist neu: Anzeigen, Markennennung, Instagram-Take over für Marken – alles gängige Techniken auf Instagram, um als Influencer auf direktem Weg Geld zu verdienen. Unter Instagrammern in den USA hat sich jetzt ein neues Geschäftsmodell entwickelt, um privaten Content über Umwege zu monetarisieren: Gegen Bezahlung fügen sie ihre Follower*innen zu ihrer „Engen Freunde”-Liste hinzu. Über diese Einstellung können Influencer ihre Stories nur an ausgewählte “Freunde” ausspielen. Diese erhalten dann exklusiven Content zum Privatleben der Influencer (z.B. einen schriftlichen, persönlichen Wochenrückblick) oder aber Inhalt-getriebenen Content zu Produkten (z.B. Rabatt-Codes oder Unboxing-Videos).

Wer macht mit: Erfolgreich sind ganz unterschiedliche Branchen: Da wäre beispielsweise die 25-jährige US-amerikanische Influencerin Gabi Abrão aus dem Wellness- und Gesundheitsbereich mit über 400 zahlenden Nutzern. Oder die ehemalige VC-Managerin Jenny Gyllander aus Finnland, die auf ihrer „Enge-Freunde”-Liste, Produkte von Direct-to-Consumer-Startups testet und so bereits selbst ein Investmentsumme von 300.000 US-Dollar einsammelte. Aber auch Immobilienmaklerin Elizabeth Finkelstein, die über ihren Account „Cheap old houses” z.B. renovierungsbedürftige Häuser zum weltweiten Verkauf anbietet. In Deutschland hat sich das Modell „Enge-Freunde”-Liste als Paid Content-Kanal bislang nur wenig durchgesetzt. Verhältnismässig reichweitenstark ist der Eltern-Blog „Langsam Achtsam Echt” von Anna Brachetti aus Berlin.

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Quelle: instagram.com/cheapoldhouses

Wie funktioniert das: Hinter dem neuen Geschäftsmodell der Influencer*innen steht die Crowdfunding-Plattform Patreon. Influencer und Creators jeglicher Art legen sich hierüber eine eigene Seite an und verkaufen ihren Nutzern Bezahl-Abos für zusätzlichen Content. Deutsches Pendant ist die Plattform Steady, die ein recht ähnliches Geschäftsmodell anbieten, das sich aber vor allem unter (Investigativ-)Journalist*innen und Blogger*innen wie z.B. Übermedien, Social Media Watchblog oder Krautreporter etabliert hat.

Ein Blick in die Zukunft: Die Frage, die sich angesichts dieses (neuen) Geschäftsmodells stellt ist, ab wann User bereit sind für „privaten” Content zu zahlen? Während Journalisten damit beispielsweise ihre investigativen Recherchen zu gesellschaftsrelevanten Themen als Gegenleistung bieten, sind es bei Instagrammern vermeintliche Einblicke ins „Privatleben” oder produktrelevante Vorteile. Spätestens wenn Instagram die neue Technik als umsatzstark einstuft, könnte das Netzwerk das Modell gewohnterweise kopieren und ins eigene Business integrieren.
Was denkt ihr: Sinnvolle Einnahmequelle oder sinnloses Geld abschöpfen?

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Quelle: www.patreon.com/sighswoon

Staat vs. Online-Hetze: Hilft ein Spezialdezernat?

Wie Hasskommentare im Netz derzeit von der Justiz geahndet werden, zeigt der aktuelle Fall von Grünen-Politikerin Renate Künast. „Stück Scheiße“, „Drecks Fotze“, „Sondermüll“ – laut Berliner Landgericht sind solche Kommentare zwar „sehr polemisch, überspitzt und zudem sexistisch”, gehen aber durchaus noch als zulässige Meinungsäußerung durch. So lautet zumindest der Gerichtsbeschluss, in dem Renate Künast mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz gegen Facebook klagte, um die Verfasser ihrer beleidigenden Posts ausfindig zu machen und rechtlich zu belangen. Seit knapp einem Jahr sollte das NetzDG eigentlich Abhilfe gegen eben jene strafbaren Äußerungen schaffen. Tut es aber nur begrenzt: Es erleichtert zwar Hasskommentare zu löschen, leitet jedoch keine weiteren Schritte wie etwa eine Strafverfolgung ein. Genau das würde aber Betroffenen wie Renate Künast helfen, um sich in Zukunft besser zu schützen.
Einen neuen Lösungsansatz in dieser Debatte könnte Hessen liefern: Hier soll die bislang größte Spezialstaatsanwaltschaft gegen Online-Hetze in sozialen Netzwerke entstehen. Verfolgt werden sollen nicht nur die Beiträge mit strafbaren Inhalten (Volksverhetzung, Beleidigung etc.), sondern auch die Verfasser der Posts. In diesem Fall wäre das NetzDG der vorläufige Schritt entsprechende Posts zu löschen, die Spezialstaatsanwälte dann die Instanz, um Täter dahinter direkt vor Gericht zu stellen. Sobald Verdächtige aus anderen Bundesländern kommen, soll das Verfahren weitergeleitet werden. Stellt sich nur die Frage, wie (Berliner Land-) Gerichte dann in solchen Fällen wirklich ahnden?

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Quelle: imago-images.de

Neuerungen auf Facebook

Vorschau für Seitenposts:
Neu und praktisch: Auf Facebook kann man sich nun eine Vorschau seiner Beiträge vor der Veröffentlichung ansehen. Dazu befindet sich seit kurzem ein „Preview” Button links unten auf dem Posting-Tool. So kann man auch ohne das Creator Studio überprüfen, ob womöglich Bilder angeschnitten werden oder wie der Text des Beitrags gekürzt wird.

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Quelle: allfacebook.com

Neue interaktive Anzeigenformate:
Facebook setzt nun auf spielerische Werbung und veröffentlicht drei neue interaktive Anzeigenformate für den Newsfeed. Marken können sich an Umfragen und Spielen bedienen oder ihre Produkte mit Hilfe von Augmented Reality präsentieren. Potenzielle Kunden haben so die Möglichkeit Produkte virtuell auszuprobieren. So können beispielsweise verschiedene Lippenstiftfarben am eigenen Mund virtuell getestet werden. Kleine Spiele im Newsfeed sollen entertainen und den Interessenten dabei die Produkte näherbringen. Eine Beta-Version der Augmented Reality Anzeigen wird ab Herbst ausgerollt. Marken versprechen sich von diesen Features deutliche Umsatzsteigerungen.

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Quelle: facebook.com/business

#AlleFürsKlima! So war es am Freitag auf der Demo.

Letzte Woche Freitag waren wir gemeinsam mit 270.000 Anderen auf der #EntrepreneuersForFuture Demo und haben uns aktiv für das Klima und die Zukunft unseres Planeten eingesetzt. Wer nicht dabei sein konnte, kann sich hier unsere Story noch einmal anschauen.

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