Deutsche Firmen sind in vielen Bereichen weltweit Spitze, im spezialisierten Maschinenbau, bei Autozubehör, in Chemie, Elektronik, Automatisierung, Mess- oder Prüftechnik zum Beispiel. Die meisten dieser Firmen sind klassische Mittelständler bis 500 Mitarbeiter und im B2B Geschäft, verkaufen also weltweit an andere Firmen. Ihre Zielgruppen sind also oft klein, sitzen aber überall und informieren sich vor allem online über Kaufentscheidungen. Logisch, dass unsere technologischen Vorreiter auch in der digitalen Kommunikation ganz vorne sind, oder? Weit gefehlt. Die Chancen von digitalem Marketing, im speziellen Social Media, wissen die wenigsten zu nutzen, das zeigt eine aktuelle Studie.

Wie häufig wird über deutsche B2B Unternehmen im Social Web gesprochen und auf welchen Plattformen? Wie verteilt sich das auf unterschiedliche Branchen und wie weit liegen die Firmen auseinander? Und wie stehen sie im Vergleich zu Unternehmen aus Großbritannien da? Diesen Fragen hat sich Brandwatch gemeinsam mit dem Berater Volker Davids und dem British Council gewidmet. Zu folgenden Ergebnissen sind sie gekommen, die am Montag in der britischen Botschaft vorgestellt wurden:

Nur wenige sind top, die meisten verschenken Potential

  • Nur wenige deutsche Firmen liegen in ihren Branchen über dem Durchschnitt und nutzen das Potential des Social Web. Die meisten sind kaum sichtbar.
  • In den Top 20 aller untersuchten Firmen sind überwiegend Unternehmen aus UK. Diese sind also wesentlich sichtbarer als ihre deutschen Pendants.
  • Foren spielen in Deutschland eine größere Rolle als in UK, dort ist Twitter wichtiger als hier.
  • Je nach Branche, zum Beispiel Steuerungstechnik oder Maschinenbau, wird viel über relevante Themen gesprochen, aber wenig über die Firmen selbst.
  • Einige kleine Unternehmen stechen als Positivbeispiele heraus.

Welche deutschen Unternehmen sind also Spitze in der B2B Social Media Kommunikation?

Im Report findet sich auch ein Ranking auf Basis verschiedener Index-Punkte.
Hier sind die Top 10:

1. Liebherr-International
2. Datev
3. Liqui Moly
4. Festool
5. MAN
6. Tetra Pak GmbH
7. Krones AG
8. BASF
9. Wago
10. Wilo

Unsere Einordnung und Einschätzung dazu

Man kann bei jeder Studie das Studiendesign und die Validität der Ergebnisse anzweifeln, in diesem Falle stellt sich die Frage, ob die reine Zahl der Mentions etwas über den Erfolg eines Unternehmens in der Social Media Kommunikation aussagt. Nichtsdestotrotz sind wir ebenfalls der Meinung, dass der deutsche Mittelstand hier seine Möglichkeiten in der B2B Kommunikation verschenkt.

Vor allem die Tatsache, dass viele Menschen sich bereits zu den relevanten Themen äußern, zeigt, dass es hier viel Potential für Service-, Marketing- und Marktforschungskommunikation gibt. Gerade in hochspezialisierten Bereichen, die im Sourcing und in der Anwendung viel Fachwissen benötigen und über die sich Einkaufsentscheider, Anwender und Entwickler online informieren gibt es viele Chancen mit gut gemachten Inhalten und direkter Kommunikation über Social Media Plattformen neue Kontakte zu finden und die Beziehung zu den Kunden zu stärken.

Unsere eigenen Erfahrungen zeigen auch: Das Engagement und die Qualität der Kommunikation ist in Nischenbereichen viel höher als bei Massenprodukten. Menschen begeistern sich durchaus für Schaltautomatiken und Schmierstoffe, mit denen sie tagtäglich arbeiten. Diese Leidenschaft müssen die deutschen Firmen nutzen, um auch in Zukunft weltweit an der Spitze zu sein.

Den ganzen Report könnt ihr hier lesen.