Newsticker +++ TheirTube +++ Snap Minis +++ Aktivismus Guides +++ G Suite Erweiterungen +++

Willkommen in der Bubble! Zwei Designer führen den „Rabbit-Hole“-Effekt vor

Die Erde ist eine Scheibe, eine geheime New World Order ist für Corona verantwortlich, Linksliberale wollen den Kommunismus 2.0 etablieren… – Die Liste an modernen Verschwörungsideologien ist lang und kurios. Nicht selten möchte man sich unweigerlich an den Kopf fassen, wenn man über eines jener Videos stößt, in denen Attila Hildmann, Ken Jebsen, Xavier Naidoo und Co. vermeintlich konspirative Kräfte enttarnen. Wer sich wie wir fragt, wie man solchem Geschwurbel auf den Leim gehen kann, kann sich mit der Webseite their.tube nun ein Bild davon machen. Das Projekt zweier Designer zeigt, wie die YouTube-Startseite von Menschen aussieht, die u.a. den Klimawandel leugnen, der Prepperszene angehören oder schlicht erzkonservativ sind. Auf diese Weise wird der sogenannte „Rabbit-Hole“-Effekt vorgeführt: Der Algorithmus der Plattform spült nämlich immer wieder neue, inhaltlich verwandte Vorschläge rein, wobei sich der Absurditätsgrad mitunter von Mal zu Mal steigert. Wer einmal zu oft mit bestimmten Inhalten konfrontiert wurde, findet so schon bald immer mehr Videos, die das verquere Weltbild bestätigen. Unbedingt reinschauen, wenn ihr mal in die Bubble von anderen Nutzer*innen eintauchen wollt. Spannender Nebeneffekt: Auch die eigene Filterblase wird so wieder ins Bewusstsein geholt.

Screenshot der Startseite von Theirtube

Quelle: their.tube

Apps in der App – Snapchat rollt neues Feature aus

Snapchat bietet in seinem Chat-Bereich ab sofort Möglichkeiten, um HTML-basierte Apps zu integrieren. Dass bestimmte Plattformen ihr Angebot um Features von Drittanbietern erweitern, ist gerade in China keine Seltenheit. Nun hat der us-amerikanische Social Media-Anbieter nachgezogen. Zur ersten Welle der sogenannten Snap Minis gehört u.a. die Meditations-App Headspace und eine Anwendung, über die Freunde gemeinsam ihre Fremdsprachen-Skills testen können. Die verfügbaren Apps werden unterhalb des Texteingabefelds angezeigt und über einen einfachen Klick im Vollbildmodus geöffnet. Die lästige Installation entfällt. Wir sind gespannt, ob das Prinzip Super-App damit auch in unseren Breitengraden mehr Akzeptanz finden wird. Praktisch ist es allemal und Spaß macht das unkomplizierte Ausprobieren sowieso!

Scrrenshots des neuen Snapchat Features Snap Minis

Quelle: t3n.de

Aktivismus-Guides auf Instagram

Auf Instagram macht sich gerade ein wirklich wichtiger neuer Trend breit: Eine Reihe von User*innen nutzt die Album-Funktion, um ihre eigenen, visuell ansprechenden und informativen Guides zu komplexen Themen zu verbreiten. Rassismus und Polizeigewalt stehen im Vordergrund aber auch andere politische und gesellschaftliche Fragen. Die anschaulichen Aktivismus-Guides sollen das Bewusstsein für Probleme schärfen, Informationen auf leicht zugängliche Art bereitstellen und zum Nachdenken und vor allem Handeln anregen. Sie kommen in unterschiedlicher Form daher. Mal als schriftliche Guides mit Denkanstößen oder konkreten Handlungsanweisungen, mal in Comicform. Unbedingt reinschauen!

Collage verschiedener Instagram-Postings von Aktivisten

Quelle: mashable.com

Googles neue G Suite als Bedrohung für Zoom und Slack

Google kündigt eine Überarbeitung für die G Suite an. Die Google Apps wie Gmail, Docs, Drive, Meet usw. sollen erweitert und weiter integriert werden. Die Grenzen zwischen den Anwendungen verwischen zu lassen, soll Nutzer*innen dabei helfen fokussierter zu arbeiten. Gmail bekommt eine Chatfunktion, die Zusammenarbeit in Docs wird in Chat-Räume eingebettet und auch weitere Funktionen sind geplant, wie beispielsweise das Angebot von Meet-Funktionen direkt in Docs. Problematisch sind diese Entwicklungen vor allem für kleinere Anbieter wie Zoom oder Slack. Wenn G Suite für ihre Nutzer*innen zukünftig alle Funktionen kostenlos bereithält, werden Unternehmen überflüssige Software-Abonnements kündigen und auf die kleineren Kommunikationsplattformen verzichten. Google und Microsoft machen ohnehin schon einen riesigen Teil der Unternehmens-Kommunikationsdienste aus und haben die Macht, neue Funktionen über ihre bereits bestehenden populären Plattformen zu bewerben.

Slack versucht jetzt einen Vorstoß und hat bei der Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission offiziell Beschwerde gegen Microsoft eingelegt. Sie werfen dem Konzern vor wettbewerbswidrig zu handeln und Konkurrenten zu benachteiligen, da sie Microsoft Teams in Microsoft 365 mit einbinden. Wir sind gespannt, wie die Underdogs Slack und Zoom weiter mit den Entwicklungen umgehen werden.

Smartphone mit Übersicht der G Suite Apps

Quelle: unsplash.com