So geht es den Huni Kuin im brasilianischen Regenwald in der Region Acre. Von einer verantwortungslosen Regierung gegeißelt, bleibt dem indigenen Volk oft nichts anderes übrig, als stählernen Maschinen, die 500 Jahre alte Bäume in wenigen Minuten zu Fall bringen, dabei zuzusehen, wie sie ihre Heimat zerstören. Von gedankenlosen Brandrodungen zum Zwecke der Viehzucht oder politischem Landraub ganz zu schweigen.

Was so weit weg scheint, betrifft uns direkt.

Anfang 2020 entstand aus dem Team heraus der Wunsch, in diesen unsicheren Zeiten zu helfen, etwas Gutes zu tun. Während wir in unserem Daily Business meist streng nach Briefing arbeiten, reizte uns die Idee, die Kommunikation für ein Projekt ganz frei und ohne Vorgaben von Grund auf zu entwickeln und zudem gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Im Rahmen unserer Pro Bono Kampagne haben wir nach Projekten dieser Art gesucht. Begegnet sind uns viele tolle Vereine, Organisationen und Privatpersonen, die sich für die gute Sache einsetzen. Danke an alle, die uns die Auswahl so schwer gemacht haben!

Am Ende konnten wir leider nur ein Projekt umsetzen. Ein kleiner aber auf vielen Ebenen bedeutender Beitrag zum Schutz des Regenwaldes – am anderen Ende der Welt. 

Das Amazonas Landkaufprojekt vom Berliner Verein Living Gaia e.V.

Seit 2013 besteht zwischen der Gründerin Alexandra Schwarz-Schilling* und dem indigenen Volk der Huni Kuin in Brasilien eine innige Freundschaft. Daher erlebt sie hautnah, wie die Zerstörung des Regenwalds auch vor Gebieten, die den indigenen Völkern verfassungsrechtlich als Lebensraum zugesprochen worden sind, nicht halt macht. Das ist ein großes Unrecht mit katastrophalen Folgen für die Indigenen, den Regenwald und die ganze Welt.

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Die politischen Missstände vor Ort und die Bedrohung, der sich die Huni Kuin durch Landraub, Abholzung und Brandrodung ausgesetzt sehen, sind nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein der globalen Erderwärmung und dem kulturellen Verlust von Wissen indigener Völker. Jedoch veranlassten sie Alexandra, geprägt durch ihre indigene Weltdeutung dazu, zu handeln. 2014 gründete sie den Living Gaia e.V. und sammelt seitdem Spenden, um die Huni Kuin dabei zu unterstützen, zusätzliches Land mit einem lokalen Verein von der Gemeinde Jordao zurückzukaufen und der Natur und den Huni Kuin ein sicheres Zuhause zu ermöglichen.

Die Symbiose zwischen den Huni Kuin und dem Regenwald ist untrennbar.

Die Geschichte der Huni Kuin ist sehr komplex, ihre Kultur eine Inspiration und ein Kontrast zu unserem nimmersatten Lebensstil. Niemand schützt den Regenwald so nachhaltig und achtsam wie indigene Völker. Das ist Fakt. Kein Dünger, keine Maschinen. Ein ressourcenschonender Umgang und Respekt gegenüber der Natur und seinen Bewohnern prägt die Kultur der Huni Kuin und sollte uns Westeuropäer*innen in vielen Bereichen als Vorbild dienen. 

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Während der nach wie vor unkontaktierte Teil der Huni Kuin Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund des Kautschuk-Booms und der drohenden Zwangsarbeit nach Peru floh und nun immer weiter nach Brasilien zurückgedrängt wird, schrumpft der Lebensraum der kontaktierten Huni Kuin in der Region Jordao. Um eine Landbrücke zwischen beiden Völkern zu ermöglichen und den Lebensraum zu schützen, muss gehandelt werden. Da die in der Verfassung verbrieften Landrechte der Huni Kuin nicht mehr respektiert werden, muss der Weg über privaten Landkauf gegangen werden.

Das Spendenziel liegt bei mindestens 250.000 € für den Erwerb von Land, wovon 120.000 € bereits durch den Living Gaia e.V. gesammelt werden konnten. Hinzu kommen noch einmal 250.000 € für die Wiederaufforstung bereits abgeholzter Gebiete. Ein ambitioniertes, aber kein unmögliches Ziel! 

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Wie wir mit einer neuen CI, einer neuen Webseite, einer Instagram Kampagne und einem Kampagnenvideo zum Erfolg des Projekts beitragen, zeigen wir euch in unserem nächsten Blogpost.

Haux.

*Als Betriebswirtin, Psychologin, Geschäftsführerin der Coaching Spirale in Berlin und (ja wirklich) in Nordamerika ausgebildete Schamanin bringt Alexandra so viel Leidenschaft und Achtsamkeit mit, dass jeder Termin mit ihr nachhaltig inspirierend für uns war. 

Mehrmals im Jahr ist sie selbst in Brasilien, um dort nicht nur ihr eigenes Projekt, ein Heilungsbiotop, zu betreuen, sondern auch die Huni Kuin zu besuchen und das Amazonas Landkaufprojekt voran zu bringen.