Widgets

Die Newsweek hatte ja 2007 schon als das Jahr der Widgets ausgerufen, es scheint aber, dass diese kleinen Dinger erst jetzt anfangen, sich durchzusetzen. Und auch wenn die Bedeutung von Widgets in Deutschland noch nicht so entwickelt ist wie in Japan (vgl. z.B. die Uniqlo-Kampagne), so lassen sich auch hier schon viele Ideen entwickeln und umsetzen.
Widgets sind Mini-Anwendungen ("Micro Applications"), die auf dem Desktop oder innerhalb von Websites funktionieren. Das Wort setzt sich zusammen aus den Wörtern "Window" (Fenster) und "Gadget" (technische Spielerei). Zum Beispiel werden Videos oder Animationen, die auf verschiedenen Websites eingebaut werden können, als Widgets bezeichnet. Schließlich liegt der Schlüssel des Erfolgs von YouTube und Flickr in der Möglichkeit, die Videos und Fotos auf jedweder Website einzubauen und somit die Dienste viral bekannt zu machen. Facebooks Popularität beruht auf etwas ähnlichem: seiner Modularität. Aus Tausenden von Anwendungen und Modulen setzen sich die Seiten und die Surferlebnisse individuell zusammen. Die Businessweek hat ein paar schöne Beispiele, wie sich Marken mit Hilfe von Facebook-Apps (auch diese fallen in die Familie der Widgets) digital erlebbar machen.
Die vielleicht bekanntesten Widgets sind die Filme, die bei YouTube auf dem Server liegen, die aber jeder Website-Betreiber und Blogger ganz leicht bei sich einbauen kann. So etwas geht nun nicht nur mit Filmen, sondern auch mit allen möglichen anderen Dingen. Unsere BlogMeSites sind Widgets, Werbeanzeigen von Google (AdSense) sind letztlich auch eine Art Widget, aktuelle Wetternachrichten, eine Verbindungssuche bei der Bahn in einem kleinen Kasten oder ein Banner mit den aktuellsten RSS-News: Was immer man Bloggern oder Websitebetreibern bieten kann, damit sie es in ihre Seiten einbauen, die dadurch interessanter werden.
Widgets sind damit vor allem Instrumente für virales Marketing: Man bietet seine Leistung im Netz auf solche Art an, dass sie sich leicht verbreiten kann. Je interessanter und anregender ein Widget ist, desto interessanter ist es für einen Website-Betreiber, ein solches Widget zu übernehmen.
Websites werden zunehmend modular: User klicken sie sich nach ihren eigenen Wünschen zusammen, wie z.B. die iGoogle-Homepage, die aus verschiedenen Website-Inhalten besteht, die in Widget-Form, also als abgeschlossene, kleine Website-Einheit, zur Verfügung stehen und die man sich individuell zusammenstellen kann.
Widgets können auch als kleine Programme auf dem Computer-Desktop operieren: Die neuen Betriebssysteme von Apple und PC verfügen über Umgebungen, in denen sich Widgets von jedermann zusammenklicken und auf eine zentrale Plattform laden lassen. Auch für das neue iPhone gibt es eine Reihe Widgets und natürlich auch Blogs zum Thema. Bei den Desktop Widgets handelt es sich meist um Tools wie Wettervorhersagen, kleine Spiele etc.
Der Hype um Widgets ist also durchaus berechtigt. Der jeweilige Erfolg dieser kleinen Anwendungen liegt natürlich im subjektiv empfundenen Nutzen für die Anwender. In Ländern wie den USA, Frankreich oder Japan sind sie natürlich noch um einiges wichtiger, da hier wesentlich mehr Menschen persönliche Websites haben, auf denen die Widgets zur Anwendung kommen und sich so in die sozialen Netzwerke verbreiten. Aber auch hierzulande gilt: There's definitely more to come.
Tags: über uns, blogmesite, facebook, gadgets, myspace, werbung, widget
geschrieben von Thomas (20.03.2008 17:35)







